DJ-Culture


Hallo IHR !!!
Ja, genau Euch meine ich.

Herzlich Willkommen auf meiner Seite, namens „DJ-Culture“.

DJ TAN-AIR, also meine Wenigkeit, will mehr bieten als nur eine Website.

Meine Seite soll informativ und interessant zugleich sein.

Einige von Euch werden sich vielleicht fragen, DJ? Remix? House? Was ist das?

Das Mysterium „DJ“ (wenn ich das mal so vorsichtig ausdrücken darf), ist eigentlich keines. Oder sind wir etwa für Euch unbekannte Wesen? Ich glaube nicht!

Stereotype Vorstellungen sind in der Gesellschaft leider sehr verbreitet. Oftmals reicht es unseren Mitmenschen schon, „einen von uns“ kennenzulernen, „um sie alle kennengelernt zu haben“.

Ich werde versuchen, Euch den „DJ“ an sich, und alles was mit seiner Person zutun hat wiederzugeben.

Im Juli 1877 brüllte Alva Edison sein erstes „Hulloo“ ins Telefonmundstück und ließden Lärm von einem Phonographen aufzeichnen. So begann die Geschichte der Speicherung von Klängen und Geräuschen und damit die Geschichte des Grammophons - jenes Instruments, das der DJ zu einer Revolution in der Popmusik nutzen sollte.

1906 legte der Elektroingenieur Reginald A. Fessenden in Brand Rock, Massachusetts, in der allerersten Radiosendung Händels „Largo“ auf und gilt seither als Urahne aller DJs.

Ende der 60er Jahre erblickte der DJ als Künstler und Musik-Musiker in einem New Yorker Club das Licht der (Unter-)Welt. Disco, Hip-Hop und House haben den DJ zum Komponisten gemacht.

Wie die Künstler im Mittelalter waren die DJs zunächst als Handwerker definiert. Den DJ als Star gibt es - von einigen Ausnahmen abgesehen - erst seit einigen Jahren.

Neil Tennant von den Pet Shop Boys ist sich ganz sicher: „Auf Dauer sind zwei Plattenspieler und ein Mischpult aufregender als fünf Gitarrensaiten.“

DJ ist kein Wort, sondern eine Abkürzung. Es ist die Abkürzung für das Wort Diskjockey, im deutschen Sprachraum meist zusammen, im englischen und amerikanischen fast immer auseinander geschrieben.

Im „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ wird der Diskjockey definiert als jemand, „der Platten präsentiert“. Das Wort ist zusammengesetzt aus dem englischen „disc“, Scheibe, dessen Herkunft sich wieder aus dem lateinischen „diskus“ und dem griechischen „diskos“ ableiten läßt; und aus dem englischen „jockey“, der Bezeichnung für Handlanger und Fahrer, die wiederum eine Verballhornung (etwas verschlechtern statt zu verbessern) des Eigennamens Jock ist.
Der Name Jockey wird aber auch als Appellativum gebraucht für Arbeiter, Bursche

usw. ,als allgemeine Bezeichnung für Handlanger. Im weitesten Sinne kann der DJ dann auch als jemand beschrieben werden, der sich um Platten kümmert.

Heute ist der Begriff „disc jockey“ in Amerika und England obsolet geworden. Statt dessen spricht man meist vom Deejay - die Abkürzung des Begriffes „disc jockey“, DJ, ist also substantiviert worden. In Dancefloor-Subkulturen wird die Abkürzung DJ benutzt.

Die erste und grundlegendste Form des Deejayens ist das Mischen zweier Platten, um daraus die Kreation von etwas Drittem zu bewirken. Schreiber können bestehende Texte mischen, und Denker können bestehende Gedanken und Theorien fusionieren. DJs üben einen Mix so lange, bis er gut klingt und die eigene neue Idee darin zu Gehör kommt.

Die zweite wichtige DJ-Kunst ist der Remix. Gewachsen aus der Synthese zwischen den beiden Plattentellern, entstand Mitte der 70er Jahre die Idee des Remixes, bei der ein bestehendes Lied in kreativer Reproduktion neu interpretiert werden sollte. Die meisten Remixe sollten gewährleisten, daß das bestehende Stück im Kontext einer Diskothek funktionierte und besser mit den anderen Elementen des DJ-Mixes harmonierte. Der Remix rettet je nach Anlage viel oder wenig des alten Stückes in die neue Form hinüber, und je nach Remix kann man von einem neuen Lied oder einer vorsichtig renovierten Form des alten Liedes sprechen.

Der Remix will dem Original zu neuem Leben verhelfen, will seinen Einfluß stärken und seine Idee retten. Der Remix dient dem Original, ohne die eigenen Interessen zu vergessen. Remixe ohne diese Liebe und Hingabe sind meist blaß, armselig und langweilig. Das Großartige an Remixen ist, daß nicht das gesamte Original übernommen werden muß, sondern einfach nur die Teile, die der Remixer liebt und von denen er verführt worden ist, von denen der Remixer glaubt, daß sie funktionieren werden in dem Zusammenhang, in dem er sie einsetzen will.

Die Sampling-Technologie wurde zum drittem wichtigen Element der DJ-Kompositionen. Ohne das Scratchen, das Mischen und Remixen wäre das Sampling in dieser Form wahrscheinlich nie in die Musikgeschichte eingezogen. Sampling ermöglicht die digitale Speicherung und Manipulierung von Geräuschen jeder Art. Von einfachen Klängen bis hin zu ganzen Melodiefolgen - alles kann mit voranschreitender Technik gasampelt werden. Das Sampling macht es möglich, Originalgeräusche an jeder gewünschten Stelle in jeder gewünschten Form einzusetzen. Sampling erlaubt es, authentische Geräusche aus der Welt in das entstehende Kunstprodukt zu übernehmen. Und genau in diesem Sinne wird in dieser Arbeit viel gesampelt.

Natürlich gibt es auch von DJ Kerem und mir Projekte, in denen wir unser Können in einem Mix verewigt haben, wie z.B. von Sezen Aksu „Rakkas“, das Monate lang in den Türkischen-Clubs rauf und runter gespielt worden ist.

Der DJ kennt die Lieblingsstellen seiner Platten sehr gut, wenn er sie richtig einsetzen will. All diesen drei DJ-Künsten ist eigen, daß sie die Beschränktheit des eigenen Entwurfes nicht blaß zerstören, sie lassen solche Beschränktheit gar nicht erst zu. Der DJ ist nicht tolerant, sondern voller Hingabe für all das, was er mag, und aus all seinen Vorlieben bastelt er sein eigenes Werk.

DISCO-DIE ANFÄNGE... Disco hat zwei Ursprünge: einen musikalischen und einen sozialtopographischen. Mit anderen Worten: Disco war und ist die Musik und der Ort, an dem die Musik gespielt wird. Der französische Ursprung des Wortes rührt daher, daß es in Frankreich die ersten Diskotheken gegeben hat. Während der deutschen Besetzung von Paris im Zweiten Weltkrieg wurden die Jazzbands aus den Clubs vertrieben und mit ihnen das Publikum, das zu dieser Musik getanzt hatte. Doch die Franzosen umgingen das Verbot und flüchteten in dunkle Höhlen. Sie legten Kabel in die Keller und installierten einfache Soundsysteme aus Plattenspieler und Boxen. Die Pariser kamen, lauschten der Musik und tanzten.

Als der Krieg gewonnen war und die Besatzer verschwanden, eröffneten viele Clubs wieder mit Bands, aber einige blieben bei dem Konzept, Platten zu spielen. Ende der 50er Jahre waren Diskotheken in ganz Frankreich verbreitet.

Viele der Clubmanager entdeckten, daß es weit ökonomischer war, einen DJ zu engagieren als eine komplette Live-Band oder ein Swing-Orchester.

Die Ursprünge der Diskothek waren also europäisch, doch die ganze Tragweite dieses Konzepts wurde erst in Amerika entdeckt. In New York wurde 1960 „Le Club“ eröffnet.

WELCOME TO THE DISCO...

Das Studio 54 in New York war die berühmteste aller Discotheken. Die glamouröse Welt der Stars und Sternchen, der Models und Fotografen, der Mächtigen und Reichen einigte sich ab 1976 schnell auf den großen Spaß, sich in der „biggest, boldest, and brassiest“ Disco möglichst dekadent, lasziv und freizügig auszutoben.

Was in den Schwulenclubs ein existentieller Akt der Selbstbefreiung und Selbstsetzung war, diente der High Society zur Mehrung der Lebensqualität. Das repressive (hemmende) Sozialverhalten auch innerhalb des vermeintlich freizügigen Jet-set-Lebens konnte in der Diskothek abgelegt werden, noch dazu vor den Augen des Publikums. Das war eine Form absoluter Demokratie: „Boys with boys, girls with girls, girls with boys, blacks and whites, capitalists and Marxists, Chinese and everthing else, all in one big mix.“

Doch der Mix der Leute war programmiert und die vermeintliche Demokratie das Ergebnis eines strikten Auswahlverfahrens. „Painting the picture“ nannte man den Job des Türstehers, und das Bild, das dabei entstand, sollte allabendlich möglichst ähnlich sein. Für das Studio 54 hieß das, daß nur eine kleine Anzahl von Schwulen und Schwarzen aus Proporzgründen und zur Dekoration in den Club gelassen wurde.

 

Disco war auf einmal Herrschaft und Mainstream und blieb doch unleugbar eine schwule Angelegenheit. Bands wie die Village People, die sich kostümierten wie Karikaturen von Homosexuellen (Tom of Finland) in Leder, mit Oberlippenbart und einem bodygebuildeten Körper, marschierten weltweit mit Liedern an die Spitze der Charts, nannte sich ´San Francisco´, der zweite ´Macho Man´, der dritte ´Y.M.C.A.´. Sylvester sang sich in die Herzen aller Amerikaner mit ´You Make Me Feel´. Noch zwei Jahre vor Disco hätte man den schwarzen Mann mit den gezupften Augenbrauen, den vollen, geschminkten Lippen, den Ohrringen und Kajalrändern um die Augen gnadenlos diskriminiert, doch nun der schwarze Schwule - als Diva - ein Liebling und Popstar des Mainstream. Von der heterosexuellen Mehrheit wurde diese Leidenschaftlichkeit und Ernsthaftigkeit, die Disco zugrunde lag, einfach ignoriert. Nur wer die Wurzeln von Disco kannte, konnte Disco verstehen, für die konsumierenden Massen war es einfach Spaß.

DON´T BELIEVE THE HYPE - DJs, CLUBS UND DIE PLATTENINDUSTRIE

Die Absätze von Disco-Platten wuchsen von 1975 an enorm, und sehr schnell erkannte man in der Musikindustrie, dass die Diskotheken gefüllt waren mit potentiellen Plattenkäufern und dass die Leute, die zu Disco tanzten, die Platte auch für zu Hause kaufen würden. Der DJ spielte nicht nur für sein Klientel, sondern er beeinflusste auch deren Geschmack. Zur Zeit des Disco-Hype begann die Plattenindustrie, DJs mit neuen Produkten, die clubkompatibel erschienen, zu bemustern und im Zweifelsfall Payola-Zahlungen zu bestechen. Der DJ war der entscheidende Gatekeeper, der den Geschmack des Publikums an die Plattenindustrie vermittelte und gleich die aus diesem Feedback entstandenen Platten auswählte und an das Publikum verkaufte. Die Kommunikation zwischen Industrie und Publikum wurde vom DJ moderiert. Der Disco-Hype und seine Entwicklung legte die Vermutung nahe, dass auch die Leidenschaft zum Tanzen künstlich angeheizt werden konnte.

Im Underground gibt es keine dialektischen Prozesse, die von Machtunterschieden herrühren. Im Underground verstehen sich Produzenten und Konsumenten im Zweifelsfall immer als Einheit. Der Produzent, sei es nun der DJ oder ein Musiker, hat im Underground vorrangig das Interesse, sich selbst in der Musik möglichst unentfremdet zu verwirklichen und eben nicht, wie im Pop-Mainstream, sich unter allen Umständen gut zu verkaufen. Konsument und Produzent beziehen daraus ihre Souveränität. Ihre Interessengemeinschaft schweisst den Underground zusammen.

ZURÜCK IM UNDERGROUND

Das Disco-Kapitel wird am besten dort beendet, wo es angefangen hat: im Underground. Wenn das Studio 54 die berühmteste Diskothek des Hype war, so war doch die Paradise Garage der einflussreichste und folgenreichste Club der Disco-Zeit. Die Paradise Garage überstand die Zeit des Disco-Wahns ohne Schaden. Die Garage, wie sie genannt wurde, war nie der Versuchung erlegen, jedermanns Club zu werden oder auch nur der oberen Zehntausend, sondern blieb den Wurzeln der Disco-Musik und vor allem des Disco-Geistes verbunden: Disco war Underground, und nichts erinnerte in der Paradise Garage daran, dass es einmal anders gewesen ist. Die Garage war ein Schwulenclub, der Freitags vor allem von Schwarzen und Samstags von vielen Frauen und Weissen besucht wurde.

In dem riesigen, höhlendunklen Raum war an jedem Punkt die Musik physisch zu spüren. Die Platten legte der 1992 verstorbene Larry Levan auf, der einer der einflussreichsten Disco-DJs aller Zeiten wurde.

Die Paradise Garage hatte nicht nur das zu dem damaligen Zeitpunkt beste Soundsystem und eine raffinierte Klimaanlage, sondern auch einen Entspannungsraum mit Kinovorführungen und ein Büffet mit frischen Früchten, Eiscreme, Nüssen und Schokolade. Es wurde kein Alkohol verkauft, und der auch der Drogenkonsum galt als weniger dramatisch verglichen mit den anderen Underground-Clubs. Die Droge der Menschen, die in die Garage gingen, war die Musik. Mit nacktem Oberkörper, total verschwitzt und mit einem Handtuch um den Hals oder einem Tuch in der Tasche gaben sie sich total dem Sound hin und tanzten bis zur vollkommenen Erschöpfung. Die perfekte Disco, die das Entstehen von House-Musik prägte und bis 1987 den alten Spirit von Disco als Clubmusik am Leben hielt.

DISCO - DAS ENDE UND KEIN ENDE

Als der Disco-Hype 1979 langsam abklang, übernahmen Clubs wie das Paradise und eine Unzahl von Popbands das Erbe von Disco und retteten all deren Errungenschaften und Qualitäten in die Zukunft. Disco sah nicht mehr aus wie Village People und klang auch nicht wie eine Maxi von Cerrone, aber nahezu die Gesamte Dancefloor-Musik. von Hip-Hop bis Techno, integrierte jenes Stück Disco, das ihr am liebsten war, in die eigenen Kreationen. Disco lebte weiter, und viele Platten der Pet Shop Boys, von New Order, Deee-Lite oder Madonna verstanden sich als direkte Fortsetzung der Disco-Musik. Die gesamte House-Musik kann als technologisch avancierte Form des Sounds der Paradise Garage mit härteren Mitteln. Im Rahmen der House-Musik gab es Anfang der 90er Jahre ein Disco-Revival, in dem viele Sounds und vor allem die funkige Bassline der Disco-Stücke über die treibenden House-Beats gelegt wurden.

to be continued...