TÜRKISCHE CLUB- UND PARTYKULTUR


Die türkische Club- und Partykultur entstand in Deutschland, vor allem in Hamburg und Berlin, Anfang der 90er Jahre u.a. durch einen fundamentalen Umbruch in der türkischen Musik - nämlich der Entstehung der Popmusik.

Die Popmusik, die die Verknüpfung von traditionellen musikalischen Elementen mit westlich orientierter Musik, respektive House und Dance Beats und Rhythmen, darstellt, wurde u.a. mitenwickelt von Sezen Aksu, einer türkischen Sängerin und Texterin, die in der Türkei eine ähnliche Position wie Michael Jackson in der Popmusik angenommen hat.

Jedoch führten auch andere Faktoren dazu, daß eine neue Club- und Partykultur in Deutschland, dann im folgenden auch in anderen Teilen Europas entstand. Einer dieser Hauptfaktoren war der Umstand, daß viele junge Menschen türkischer Herkunft nicht mehr in deutsche Clubs Einlaß bekamen.

Aber vor allem, der Umstand, daß die türkische Kultur, insbesondere Musik in den deutschen Clubs und auch in den Medien nicht partizipieren konnte, motivierte einige junge Türken, eigene Veranstaltungen zu organisieren, bei denen eben dieser Mißstand beseitigt werden sollte.

Speziell in Hamburg und Umgebung, wo sich die Anzahl der dort lebenden Türken auf etwa 100.000 bemißt, entstand der erste türkische Club 1992. Hierbei ist zu benennen, daß diese Anfangsveranstaltungen recht einfach und unprofessionell organisiert waren.

Aber schnell verstanden es die Veranstalter, Ihrem Publikum Veranstaltungen zu bieten, deren Inhalte, dazu gehörten neben der türkischen Musik, auch Verlosungen von Reisen und diverse Wettbewerbe, sich von herkömmlichen deutschen Clubs differenzierten.

Auch in der Medienkultur gab es viele Neuentstehungen. Neben den allgemeinen in Deutschland erhältlichen Tageszeitungen, wurden neue Regionalzeitungen gegründet, die Informationen an die türkischsprachige Bevölkerung geben sollten, zu denen ein sonst eher geringer Zugang aufgrund von Sprachmängeln bestand.

Aber auch in der Radiokultur gab es Veränderungen.

So entstand Anfang 1997 im einzigen Hamburger Lokalradio, dem FSK, auf der Frequenz 93,0 MHz., die erste türkischsprachige Radiosendung in Hamburg, die von DJ Ism@il produziert und live moderiert wird.

Eine weitere Sendung entstand im Offenen Kanal auf FM 96,0 Mhz. Diese Sendung wird von DJ Bedo produziert und live moderiert und fand immer Mitwochs von 18-19 h statt. Mittlerweile sendet DJ Bedo zusammen mit Murat Yildirim täglich morgens von 8-10 h auf OK 96,0 Mhz. Diese sogenannte Morning-Show (Oriental-Sabah) hat sehr großen Zuspruch in Hamburg gefunden.

Bis zum heutigen Tage gab es etliche türkische Clubs in Hamburg, die zum größten Teil sehr gut organisiert waren und dem entsprechend auch großen Zuspruch beim Publikum fanden. Zu erwähnen sind hierbei folgende Clubs, die bis heute immer noch zu den am besten organisierten zählten und immer noch zählen: Alem (im Schlachthof und im Traxx), Efsane (Fernsehturm), Mr.Orange (Docks), Keyif (Café Seeterrassen), Aids-Benefiz-Gala (CCH), Cilgin/Kral (Schmidts Tivoli Reeperbahn), GirGir (Juice Club) und Club Bebek.

Natürlich erforderte das Entstehen einer neuen Clubkultur auch DJs. Diese haben bis zum heutigen Tage in der türkischen Szene nahezu einen Kult-Status erreicht. Zu den angesagtesten DJs in Hamburg zählen die DJs Tan-Air, Ozzy , Kerem, Ism@il, Bedo, Reezaa und Erdinc. Diese DJs werden für diverse Veranstaltungen in Hamburg, Deutschland und Europa gebucht.

Die DJs Tan-Air, Kerem und Ism@il organisieren seit dem 08. September 2000 einen eigenen Club, das sogenannte Keyif (Wohlbefinden)- the finest of Orient im Café Seeterrassen. Dieser Club ist der bis zum heutigen Tage, erste und einzige Club, der von DJs organisiert wird. Die Besucherzahlen belaufen sich auf etwa 600 Personen pro Veranstaltung, bedenke man dabei die Größe der Räumlichkeit, ist das ein Maximum an Personen, die sich in der Räumlichkeit aufhalten können. So kommt es leider immer wieder dazu, daß etwa 200-300 Personen pro Abend keinen Einlaß bekommen, da es sonst zu voll wäre und ein allgemeines Unwohlbefinden aufkommen könnte.

Ein weiterer großer Veranstalter ist Murat Yildirim, der in bestimmten Abständen sein

Mr. Orange im Hamburger Docks organisiert, bei denen Superstars aus der Türkei Konzerte geben und danach eine Aftershow-Party geboten wird, die alles denkbare übertrifft. Meist feiern dann nämlich etwa ca. 2000 Menschen im Hamburger Docks zu türkischen Beats und Rhythmen ausgelassen.

Nicht zu vergessen ist Gürcan Aksoy, der mit seiner Konzertagentur sehr erfolgreich ist. Superstars wie Tarkan, Sezen Aksu, Ebru Gündes, Serdar Ortac und viele mehr sind bei ihm unter Vertrag.